Cannabis düngen: Nährstoffe, Mangel und Überdüngung

Cannabis düngen: Nährstoffe, Mangel und Überdüngung

Wer nach dem Konsumcannabisgesetz (KCanG) zu Hause anbaut, merkt schnell, dass die Ernährung der Pflanze über Gesundheit und Ertrag entscheidet. Cannabis Dünger liefert die Bausteine, die eine Pflanze aus Substrat und Gießwasser allein nicht in ausreichender Menge bekommt. Dieser Guide erklärt die wichtigsten cannabis nährstoffe, zeigt cannabis mangelerscheinungen an typischen Blattsymptomen und beschreibt, wie du cannabis überdüngung erkennst und wieder in den Griff bekommst.

Die Hauptnährstoffe N, P und K

Cannabis braucht drei Makronährstoffe in größerer Menge. Stickstoff (N) steuert das Blatt- und Triebwachstum und ist der wichtigste Nährstoff in der Wachstumsphase. Phosphor (P) ist für Wurzelbildung und Blütenansatz zuständig und wird in der Blütephase stärker nachgefragt. Kalium (K) stärkt den gesamten Stoffwechsel, die Zellwände und die Ausbildung der Blüten.

Deshalb sind Wachstumsdünger stickstoffbetont, während Blütedünger mehr Phosphor und Kalium enthalten. Auf der Flasche steht dafür oft ein NPK-Verhältnis, etwa 7-4-5 für die Wachstumsphase und 4-8-8 für die Blüte. Die Umstellung von Wachstums- auf Blütedünger fällt bei den meisten Sorten mit dem Wechsel auf 12 Stunden Licht zusammen.

Mikronährstoffe und pH-Wert

Neben N, P und K braucht die Pflanze kleinere Mengen Kalzium, Magnesium und Schwefel sowie Spurenelemente wie Eisen, Mangan und Zink. Diese Mikronährstoffe stecken in guten Komplettdüngern bereits mit drin, in reinem Kokossubstrat gibst du Kalzium und Magnesium oft zusätzlich dazu.

Entscheidend für die Aufnahme ist der pH-Wert der Nährlösung. In Erde liegt der günstige Bereich etwa zwischen 6,2 und 6,8, in Kokos und Hydrokultur eher zwischen 5,5 und 6,2. Stimmt der Wert nicht, kann die Wurzel einzelne Nährstoffe nicht mehr lösen. Dann zeigt die Pflanze einen Mangel, obwohl genug Dünger vorhanden ist. Miss den pH-Wert deiner fertigen Gießlösung also regelmäßig, bevor du zu einem Nährstoffproblem greifst.

NährstoffAufgabeMangelsymptom
Stickstoff (N)Blatt- und TriebwachstumVergilbung der unteren, älteren Blätter
Phosphor (P)Wurzeln und BlütenansatzDunkle, teils violette Blätter und Stängel
Kalium (K)Stoffwechsel und BlütenaufbauBraune, trockene Blattränder
Magnesium (Mg)Baustein des BlattgrünsGelbe Flächen zwischen grünen Blattadern
Eisen (Fe)Bildung von ChlorophyllHelle junge Blätter mit grünen Adern

Mangelerscheinungen erkennen

Cannabis mangelerscheinungen lassen sich meist an den Blättern ablesen, und der Ort verrät oft die Ursache. Ein stickstoffmangel zeigt sich als gleichmäßige Vergilbung, die unten an den älteren Blättern beginnt und nach oben wandert. Der Grund liegt darin, dass die Pflanze den beweglichen Stickstoff aus alten Blättern abzieht und in die jungen Triebe verlagert.

Andere Muster deuten auf andere Ursachen hin.

  • Gelbe Flächen zwischen noch grünen Blattadern sprechen für Magnesiummangel.
  • Helle junge Blätter mit auffällig grünen Adern deuten auf Eisenmangel hin.
  • Braune, trockene Blattränder an älteren Blättern weisen häufig auf Kaliummangel hin.

Beobachte immer mehrere Blätter über einige Tage, bevor du eingreifst. Einzelne welke Blätter ganz unten sind oft normal und kein Grund zur Sorge. Für die Abgrenzung zu Pilzbefall und anderen Krankheiten hilft unser Beitrag zur Pflanzengesundheit.

Überdüngung und Nährstoffbrand

Eine cannabis überdüngung ist häufiger als ein echter Mangel, weil viele aus Sorge zu großzügig dosieren. Zu viel Dünger reichert Salze im Substrat an, die das Wasser aus der Wurzel ziehen und sie schädigen.

Typische Anzeichen sind sattes, fast lackartig glänzendes Dunkelgrün, nach unten gekrallte Blattspitzen (das sogenannte Krallen) und braune, wie verbrannt aussehende Blattränder, der Nährstoffbrand. Reduziere bei diesen Symptomen sofort die Düngermenge. Weniger Nährstoff ist im Zweifel leichter zu korrigieren als zu viel.

Richtig nachdüngen und spülen

Ob und wann du düngen musst, hängt stark vom Substrat ab. Vorgedüngte Erde bringt einen Vorrat mit, der je nach Produkt zwei bis vier Wochen reicht. In dieser Zeit gießt du nur mit klarem, pH-korrigiertem Wasser. Erst danach kommt Flüssigdünger dazu, den du bei jeder zweiten bis dritten Gießrunde beimischst. Flüssigdünger lässt sich fein dosieren und passt sich gut an Wachstums- und Blütephase an. Beginne stets mit der halben Herstellerangabe und steigere langsam, während du die Blätter beobachtest.

Zeigt die Pflanze Nährstoffbrand oder eine deutliche Salzanreicherung, spülst du die Wurzeln. Gieße dafür die etwa zwei- bis dreifache Topfmenge klares Wasser (ohne Dünger, pH-korrigiert) langsam durch das Substrat, bis unten reichlich abläuft. Das schwemmt überschüssige Salze aus. Lass den Topf danach gut abtropfen und die oberste Substratschicht antrocknen, bevor du erneut gießt. Setze die Düngung erst wieder ein, wenn sich die Pflanze sichtbar erholt hat, dann mit deutlich reduzierter Menge.

Mit etwas Übung liest du deine Pflanzen wie ein Buch. Wer die cannabis nährstoffe versteht, den pH-Wert im Blick behält und lieber vorsichtig dosiert, vermeidet die meisten Probleme im legalen Eigenanbau ganz von selbst.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich Cannabis düngen?

Das hängt vom Substrat ab. In vorgedüngter Erde reichen die ersten Wochen ohne Zusatz, danach düngst du meist bei jeder zweiten bis dritten Gießrunde. Bei purer Kokosfaser oder Hydrokultur gibst du bei fast jedem Gießen eine niedrig dosierte Nährlösung.

Woran erkenne ich Überdüngung bei Cannabis?

Typisch sind dunkelgrüne, glänzende Blätter, nach unten gekrallte Blattspitzen und braune, wie verbrannt wirkende Ränder (Nährstoffbrand). In dem Fall spülst du das Substrat mit reichlich klarem Wasser.

Warum ist der pH-Wert beim Düngen so wichtig?

Nur in einem passenden pH-Bereich kann die Wurzel Nährstoffe aufnehmen. Liegt der Wert daneben, entsteht trotz voller Düngung ein Mangel, weil einzelne Elemente blockiert werden.

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