Cannabutter selber machen: das Grundrezept

Cannabutter selber machen: das Grundrezept

Cannabutter ist die Basis für fast alle Edibles. Ob Kekse, Brownies oder einfach ein Löffel im Kakao, alles startet mit Butter, in der die Wirkstoffe deiner Ernte gelöst sind. Das Grundrezept ist simpel, braucht aber Zeit und ein bisschen Sorgfalt. Wer schludert, bekommt entweder wirkungslose Butter oder eine, die viel zu stark reinhaut.

Kurz zum rechtlichen Rahmen: Seit dem KCanG darfst du dein selbst angebautes Cannabis für den Eigenbedarf verarbeiten, also auch zu Butter. Die Weitergabe an andere bleibt verboten, und zwar auch dann, wenn das Cannabis in einem Keks steckt. Deine Cannabutter ist ausschließlich für dich.

Warum ausgerechnet Butter?

THC und die anderen Cannabinoide sind fettlöslich. In Wasser lösen sie sich praktisch gar nicht, in Fett dagegen hervorragend. Butter besteht zu gut 80 Prozent aus Milchfett und ist damit ein ideales Trägermedium: Die Cannabinoide binden beim langsamen Erhitzen an das Fett und bleiben dort stabil gebunden.

Dazu kommt der praktische Vorteil: Butter lässt sich in fast jedem Rezept einsetzen. Du kannst sie backen, kochen oder aufs Brot streichen. Wer keine Milchprodukte verträgt, kann das gleiche Prinzip übrigens auch mit Kokosöl umsetzen, das funktioniert wegen des hohen Fettanteils sogar besonders gut.

Erst decarboxylieren, sonst passiert nichts

Der häufigste Fehler bei Cannabutter: rohe Blüten direkt in den Topf werfen. Frisches oder nur getrocknetes Cannabis enthält hauptsächlich THCA, die saure Vorstufe von THC. THCA ist nicht psychoaktiv. Erst durch Hitze wandelt es sich in wirksames THC um, dieser Vorgang heißt Decarboxylierung.

Dafür zerkleinerst du deine Blüten grob, verteilst sie auf einem Backblech und gibst sie für etwa 30 bis 45 Minuten bei 105 bis 115 Grad in den Ofen. Mehr Hitze bringt nichts, sie zerstört nur Wirkstoffe und Terpene. Die Details mit allen Temperaturen und Zeiten findest du in unserem Guide zum Decarboxylieren.

Das Grundrezept Schritt für Schritt

Du brauchst: 250 g Butter, etwa 250 ml Wasser, 5 bis 10 g decarboxylierte Blüten (je nach gewünschter Stärke), einen Topf, ein feines Sieb oder ein Passiertuch und ein verschließbares Gefäß.

  1. Gib Butter und Wasser zusammen in den Topf und lass die Butter bei niedriger Hitze schmelzen. Das Wasser verhindert, dass die Butter anbrennt, und hilft später beim Trennen von Bitterstoffen.
  2. Rühre das decarboxylierte, grob zerkleinerte Material ein.
  3. Lass die Mischung 2 bis 3 Stunden bei niedriger Temperatur ziehen, deutlich unter 100 Grad. Sie darf sanft simmern, aber niemals kochen. Rühre zwischendurch um und gieße bei Bedarf etwas Wasser nach.
  4. Seihe die Mischung durch ein feines Sieb oder ein Passiertuch in dein Gefäß ab. Drücke das Pflanzenmaterial nur leicht aus, sonst landen unnötig viele Bitterstoffe in der Butter.
  5. Stell das Gefäß für mehrere Stunden in den Kühlschrank. Die Butter wird fest und setzt sich oben ab.
  6. Hebe die feste Butterschicht ab und gieße das Wasser darunter weg. Fertig ist deine Cannabutter.

Dosierung: klein anfangen, geduldig bleiben

Hier kommt die wichtigste Warnung des ganzen Artikels: Die Wirkstärke selbst gemachter Cannabutter ist schwer kalkulierbar. Du kennst den genauen THC-Gehalt deiner Blüten nicht, die Extraktion ist nie zu 100 Prozent gleichmäßig, und im Magen wird THC zudem in eine Form umgewandelt, die stärker und länger wirkt als beim Rauchen.

Deshalb gilt:

  • Starte mit einer sehr kleinen Menge, etwa einem halben Teelöffel oder einem kleinen Stück Gebäck damit.
  • Die Wirkung setzt verzögert ein, meist nach 30 bis 120 Minuten. Das ist normal und kein Zeichen, dass die Butter nicht funktioniert.
  • Lege niemals nach, bevor mindestens 2 Stunden vergangen sind. Die meisten unangenehmen Edible-Erfahrungen entstehen genau durch ungeduldiges Nachlegen.
  • Rechne damit, dass die Wirkung mehrere Stunden anhält. Plane also nichts, wofür du fit sein musst.

Notiere dir am besten, wie viel Butter du verwendet hast und wie sie gewirkt hat. So tastest du dich sicher an deine Dosis heran.

Aufbewahrung und Sicherheit

Im Kühlschrank hält sich Cannabutter luftdicht verpackt etwa 2 Wochen. Für längere Zeiträume kannst du sie problemlos einfrieren, am besten portionsweise in Eiswürfelformen, dann hast du immer passende Mengen parat.

Beschrifte deine Cannabutter unbedingt eindeutig. Sie sieht aus wie normale Butter und gehört niemals unmarkiert in den Kühlschrank, den auch andere nutzen. Nach dem KCanG bist du außerdem verpflichtet, dein Cannabis und daraus hergestellte Produkte vor dem Zugriff von Kindern, Jugendlichen und Dritten zu schützen. Ein abschließbarer Behälter oder ein eigenes Fach ist hier die sichere Lösung. Mehr dazu liest du in unserem Guide zum Lagern.

Wofür du Cannabutter verwenden kannst

Cannabutter ersetzt normale Butter in fast jedem Rezept. Klassiker sind Gebäck und Brownies, unser Rezept für Cannabis-Kekse zeigt dir Schritt für Schritt, wie du die Butter dort einsetzt. Auch in herzhaften Gerichten funktioniert sie, etwa in Pastasoßen, auf Ofengemüse oder einfach auf warmem Brot.

Ein Punkt zum Schluss: Erhitze Cannabutter beim Kochen und Backen nicht unnötig stark und nicht zu lange. Beim scharfen Anbraten gehen Wirkstoffe verloren, normale Backtemperaturen bis etwa 180 Grad für die übliche Backzeit sind dagegen unkritisch. Und egal was du daraus machst: Es bleibt bei dir. Selbst der freundlich gemeinte Keks für den Kumpel wäre eine verbotene Weitergabe.

Häufige Fragen

Kann ich rohe Blüten direkt in die Butter geben?

Nein, das bringt fast keine Wirkung. Rohe Blüten enthalten hauptsächlich THCA, das nicht psychoaktiv ist. Erst die Decarboxylierung im Ofen bei 105 bis 115 Grad für 30 bis 45 Minuten wandelt es in wirksames THC um.

Wie lange hält sich selbst gemachte Cannabutter?

Im Kühlschrank luftdicht verpackt etwa 2 Wochen. Eingefroren hält sie mehrere Monate, am besten portionsweise. Beschrifte sie immer eindeutig und bewahre sie sicher vor Kindern und Dritten auf, dazu bist du nach dem KCanG verpflichtet.

Warum spüre ich nach einer Stunde noch nichts?

Edibles wirken verzögert, meist nach 30 bis 120 Minuten, weil das THC erst über den Verdauungstrakt aufgenommen wird. Warte mindestens 2 Stunden, bevor du überhaupt über eine weitere Portion nachdenkst. Nachlegen aus Ungeduld ist der häufigste Fehler und führt schnell zu unangenehm starker Wirkung.

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