Cannabis Blütephase: Woche für Woche erklärt

Cannabis Blütephase: Woche für Woche erklärt

Mit dem Wechsel auf zwölf Stunden Licht und zwölf Stunden Dunkelheit beginnt die Cannabis Blütephase, also der Abschnitt, in dem deine Pflanze ihre Blüten bildet und ausreifen lässt. Für viele Grower ist die Blütezeit der spannendste Teil des Anbaus, denn jetzt entscheidet sich, wie Ertrag und Qualität ausfallen.

Wie lange die Blütephase bei Cannabis genau dauert, hängt von der Sorte ab. Viele Indica-dominante Sorten sind nach sieben bis neun Wochen reif, Sativa-dominante brauchen oft deutlich länger. Gehen wir die Hanf-Blüte Woche für Woche durch, mit allem was sich bei Licht, Düngung, Luftfeuchtigkeit und Geruch ändert.

Woche 1 bis 3: Streckphase und Vorblüten

Nach der Umstellung auf 12/12 wächst deine Pflanze zunächst kräftig weiter. In dieser Streckphase kann sie ihre Höhe je nach Sorte um die Hälfte bis auf das Doppelte steigern, sehr streckfreudige Sativas legen teils noch mehr zu. Plane den Abstand zur Lampe deshalb mit Reserve ein.

Parallel erscheinen die ersten Vorblüten. An den Nodien zeigen sich feine weiße Blütenstempel, die sogenannten Pistillen. Daran erkennst du weibliche Pflanzen. Falls du mit regulären Samen arbeitest, ist jetzt der Zeitpunkt, männliche Pflanzen zu entfernen, damit nichts bestäubt wird. Stressintensives Training solltest du vor der Blüte abschließen, sanftes Herunterbinden einzelner Triebe ist dagegen weiterhin möglich.

Woche 3 bis 4: Blütenbildung

Die Streckung lässt nach und die Pflanze steckt ihre Energie zunehmend in die Blütenbildung. An den Triebspitzen entstehen kleine Blütenansätze mit dichten Büscheln weißer Pistillen. Noch sind die Buds klein und locker, aber die Struktur der späteren Colas wird sichtbar.

Jetzt lohnt sich der Umstieg auf einen Blütedünger mit mehr Phosphor und Kalium und weniger Stickstoff. Wie du dosierst und eine Überdüngung erkennst, liest du im Guide zum Düngen.

Woche 4 bis 6: Die Blüten füllen sich

In dieser Phase legen die Blüten sichtbar an Masse zu. Die Buds werden dichter und schwerer, und die Pflanze verströmt einen immer intensiveren Geruch. Spätestens jetzt solltest du Indoor einen Aktivkohlefilter einplanen.

Auf den Blüten und den umliegenden Blättern bilden sich Trichome, kleine Harzdrüsen, die wie ein feiner Kristallbelag aussehen. In ihnen entstehen Cannabinoide wie THC sowie die Terpene, die für Aroma und Wirkung verantwortlich sind.

Senke die Luftfeuchtigkeit nun schrittweise Richtung 40 bis 50 Prozent. Dichte Buds in feuchter Luft sind anfällig für Schimmel und Budrot, und einmal befallene Blüten lassen sich nicht mehr retten. Achte außerdem auf eine gute Luftbewegung im Zelt, und stütze schwere Triebe bei Bedarf mit Stäben oder einem Netz ab.

Woche 6 bis 8: Reifung

Die Blüten wachsen kaum noch, dafür reifen sie. Viele der anfangs weißen Pistillen färben sich orange bis braun und ziehen sich zusammen. Die Trichome verändern sich von klar zu milchig trüb, ein wichtiges Zeichen für die fortschreitende Reife.

Dass einzelne große Fächerblätter gelb werden, ist in dieser Phase normal, denn die Pflanze verlagert Nährstoffe aus den Blättern in die Blüten. Reduziere gegen Ende die Düngung. Viele Grower gießen in den letzten ein bis zwei Wochen nur noch mit klarem Wasser.

Woche 8 plus: Das Erntefenster

Ab etwa Woche acht öffnet sich bei vielen Sorten das Erntefenster, verbindlich ist das aber nicht. Schnelle Indica-dominante Sorten sind manchmal schon nach sieben Wochen so weit, Sativa-dominante Sorten brauchen häufig zehn bis vierzehn Wochen Blütezeit. Verlass dich deshalb nicht allein auf den Kalender oder die Angabe des Breeders.

Der zuverlässigste Indikator sind die Trichome, die du mit einer Lupe oder einem Taschenmikroskop prüfst. Überwiegend milchige Trichome mit einem kleinen Anteil bernsteinfarbener gelten als klassischer Reifegrad. Sind fast alle Trichome noch klar, ist es zu früh, und wer erntet, verschenkt Potenz und Ertrag. Wie du das im Detail beurteilst und was nach dem Schnitt kommt, erklärt unser Guide zum Erntezeitpunkt.

Licht, Düngung und Klima im Überblick

  • Licht: Photoperiodische Pflanzen blühen unter 12/12. Die Dunkelphase muss wirklich dunkel und ununterbrochen bleiben, denn Lichtlecks können Stress und Zwitterbildung auslösen.
  • Düngung: In der Blüte steigt der Bedarf an Phosphor und Kalium, der Stickstoffbedarf sinkt. Blütedünger sind auf dieses Verhältnis abgestimmt.
  • Luftfeuchtigkeit: Von rund 60 Prozent in der frühen Blüte schrittweise auf 40 bis 50 Prozent senken, gegen Ende eher an der unteren Grenze bleiben.
  • Geruch: Ab der Mittelblüte wird der Geruch deutlich intensiver. Indoor gehört ein Aktivkohlefilter deshalb zur Standardausstattung.

Autoflower: Blüte nach eigenem Zeitplan

Autoflowering Sorten richten sich nicht nach dem Lichtzyklus, sondern blühen altersabhängig, meist wenige Wochen nach der Keimung. Ein Wechsel auf 12/12 ist bei ihnen nicht nötig, viele Grower lassen sie durchgehend unter 18 bis 20 Stunden Licht stehen. Die beschriebenen Wochenabschnitte laufen bei Autoflowern oft etwas gestaucht ab, das Prinzip aus Streckung, Blütenbildung und Reifung bleibt aber gleich.

Zum Schluss noch der rechtliche Rahmen: In Deutschland erlaubt das KCanG volljährigen Personen den privaten Eigenanbau von bis zu drei Pflanzen. Wer seine Blütephase geduldig begleitet, die Trichome im Blick behält und das Klima sauber führt, holt aus diesen Pflanzen das Beste heraus.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Blütephase bei Cannabis?

Je nach Sorte meist sieben bis zehn Wochen, Sativa-dominante Sorten brauchen oft zehn bis vierzehn Wochen. Den genauen Erntezeitpunkt bestimmst du am besten über die Trichome.

Wann beginnt die Blütephase?

Photoperiodische Pflanzen beginnen zu blühen, sobald sie täglich zwölf Stunden ununterbrochene Dunkelheit bekommen. Autoflower blühen altersabhängig von selbst, meist wenige Wochen nach der Keimung.

Welche Luftfeuchtigkeit ist in der Blütephase ideal?

Senke die Luftfeuchtigkeit im Verlauf der Blüte schrittweise auf etwa 40 bis 50 Prozent, damit in den dichten Blüten kein Schimmel entsteht.

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